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Fidschi Inseln / Fiji Islands (3)
[Reise- und Erfahrungsbericht]

Die Inseltouren bilden den touristischen Schwerpunkt auf Fidschi, wie gesagt man bekommt sie in allen möglichen Variationen angeboten. Mich interessierte aber ebenfalls das Inland der Hauptinsel. Die Fidschi Inseln sind vulkanischen Ursprungs und haben eine Bergwelt zu bieten, die sich bis 1300 m erhebt. Das reizvolle dieser Bergwelt ist ihre Prägung durch das tropische Klima; Stein und Felsen sind mit Urwald überwuchert, und es gibt Hügellandschaften mit Steppenbewuchs.
Es war relativ schwierig, eine Tour in die Bergwelt zu bekommen. Man möchte natürlich auch etwas von Land und Leuten kennenlernen, für die Touristen aus den anderen englischsprachigen Ländern allerdings ist das weniger von belang, entsprechend ist das Angebot auch sehr bescheiden. So verbrachte ich erst noch ein paar Tage die Zeit mit meinen Bekannten und buchte dann, nach einigem suchen, eine dreitägige Tour ins Inland, wo ich in Dörfern von Einheimischen übernachten sollte. Die Nachfrage nach solchen Touren war allerdings auch sehr gering - ich war der einzige Teilnehmer und hatte somit meine Privattour.

Fidschi Dorf  

Mein Fahrer und Unternehmer in Personalunion war ein indischstämmiger Fidschianer, der schwerpunktmäßig Bergtouren mit seinem Allradbus anbot.
- Kurzer Einschub zur Bevölkerung: sie besteht zu ca. 50 % aus eingeborenen Fidschianern und ca. 45 % indischstämmigen Fidschianern, deren Vorfahren im 19. Jhd. für die Engländer zur Zuckerrohrernte eingeführt wurden; entsprechend sind bei den Religionen verschiedene Ausprägungen des Christentums vorhanden, genauso wie Hindus und Moslems vertreten sind. -
Die Hauptinsel Fidschis wird von einer Küstenstraße umrundet, der Kings- und der Queensroad, die gut ausgebaut ist. Entfernt man sich aber von dieser Hauptstraße und fährt ins Landesinnere werden die Landstraßen relativ schnell zu Feldwegen. Wer eine Tour mit einem Mietwagen dort hin unternehmen möchte, sollte sich auf jeden Fall ein Fahrzeug mit Allradantrieb nehmen (Mietwagen für mehrere Personen sind relativ günstig; internationaler Führerschein ist notwendig), da gerade in den Bergen sehr starke Steigungen existieren, die Straßen mitunter ausgewaschen sind und bisweilen sehr schlammig. Auch gutes Kartenmaterial ist von Vorteil, da Wegweiser nur selten vorkommen.

Dorfbesuche

Bei meiner Tour erreichten wir nach rund zweieinhalb Stunden Fahrt das erste Dorf, in dem ich zwei Tage bleiben sollte. Fidschianische Dörfer werden nach alter Tradition geführt: es gibt einen Häuptling, bei dem man als Fremder vorstellig werden sollte, wenn man dort übernachten möchte. Der Gastfamilie bringt man ein kleines Gastgeschenk mit, in aller Regel ist das ein Säckchen mit Kavapulver. Weiter sollte man beachten, das man im Dorf weder Hüte noch Sonnenbrillen tragen sollte, da das als Respektlosigkeit angesehen wird. Trotz der Abgeschiedenheit zur restlichen Zivilisation wird seitens der Regierung darauf geachtet, daß die Dörfer alle über eine eigene Schule, eine Trinkwasserversorgung, Toiletten und einen zentralen Telefonanschluß verfügen. In den Schulen werden neben den normalen Unterrichtsfächern praktische Grundlagen zur medizinischen Versorgung, Hygiene und dem Ackerbau vermittelt. Jedes Dorf kann sich autark mit Lebensmitteln versorgen, die es auf Flächen in der Umgebung anbaut und die aufgrund der fehlenden Jahreszeiten ganzjährig bewirtschaftet werden können. Neben allen möglichen tropischen Früchten wird hauptsächlich Kasava angebaut. Kasava ist eine Wurzel, ähnlich der Kartoffel, allerdings süßer im Geschmack. Von meiner Gastfamilie wurde ich damit fast gemästet, doch die Variationen mit diesem Essen sind vielseitig, sogar als Bestandteil des übernommenen indischen Curry wurde Kasava verwendet. Bei den Essen sollte man allerdings etwas aufpassen, da unsere verwöhnte Verdauung sonst schnell rebellieren kann, weshalb zur Reiseapotheke unbedingt etwas gegen Durchfall mitgenommen werden sollte. Auch eine Packung Kekse und Cola, die es dort in 2,5 l Flaschen gibt, sollte man aus diesem Grund vor einer Dorftour einkaufen.
In den zwei Tagen die ich in diesem Dorf gewesen war, habe ich viel von dem dortigen Leben

Fidschi Landstraße mitbekommen können. Mir wurde die Gegend gezeigt; der 70 Jahre alte Großvater meiner Gastfamilie hat mit mir Touren durch den Urwald unternommen, ich hatte die Gelegenheit unter einem Wasserfall zu baden und abends habe ich an den methodistischen Gottesdiensten in der Dorfkirche teilgenommen. Dazu wurde ich fidschianisch eingekleidet, die Männer tragen dort Hawaiihemden und einen Wickelrock, den Zulu. Die Missionare haben auf Fidschi ganze Arbeit geleistet, nachdem einige von ihnen im Kochtopf endeten (auf Fidschi gab es tatsächlich Kannibalismus), haben sie es dann doch

geschafft, die Gegend zu christianisieren. Der Gottesdienst in diesem Dorf dauerte zwei Stunden, war auf fidschianisch mit einer extrem theatralischen Predigt. Nun ja, man wollte ja ein guter Gast sein. Am zweiten Abend begrüßte mich zum Ende der Predigt der Pfarrer auf Englisch, mein Banknachbar hatte mich kurz zuvor vor dem Einschlafen retten können. Am Morgen des dritten Tages wurde ich von dem Fahrer abgeholt und weiter nach Navalla gebracht. Wir sind wieder sehr lange mit dem Fahrzeug unterwegs gewesen, sind durch Urwälder und über Pässe gefahren, allein diese Fahrt an sich war schon ein Abenteuer. Navalla ist ein Dorf, in dem nur Hütten nach traditioneller Bauart errichtet werden dürfen (von Schule und Kirche abgesehen). Diese "Bure" genannten Häuser werden auf einem Steinfundament errichtet, haben Wände aus Bambusmatten und ein mit Schilfgras gedecktes Dach. Jede Bure in Navalla hat einen eigenen Namen und so war ich im Haus Bosnia untergebracht. Der Bruder der Gastgeberin war Polizist im Rahmen des UN-Einsatzes in Bosnien. Navalla ist von einer malerischen Bergwelt umgeben, die man bei einem längeren Aufenthalt erkunden sollte. Beeindruckend ist auch die Freundlichkeit der Menschen in diesem Dorf. Es ist auch möglich auf eigene Faust anzureisen und dort vor Ort nach Übernachtungen zu fragen. Für das Dorf muß man ein "Eintrittsgeld" von 15 FJ$ zahlen, hinzu kommen Übernachtungsgebühren bei der Gastfamilie. Navalla hat eine Busverbindung nach Ba, die zweimal täglich bedient wird und ca. 2 FJ$ kostet. Für meine Rückreise nach Nadi am Tag darauf habe ich diese dann in Anspruch genommen. Überhaupt verfügt Fidschi über ein gut laufendes Bussystem, was sehr günstig ist. So ging dann meine Fahrt von Navalla nach Ba, dann nach Lautoka und weiter nach Nadi. Die Busse sind für sich schon ein Erlebnis, meist sind es englische Fabrikate aus den 50er und 60er Jahren, deren Fenster über keine Scheiben verfügen. Gezahlt wird beim Einsteigen und wenn man aussteigen möchte, zieht man an einer Leine im Bus, die mit einer Fahrradklingel beim Fahrer verbunden ist. Es gibt zwar Haltestellen, aber man kann auch zwischendurch aussteigen und genauso Busse auf freier Strecke mit Handzeichen anhalten.
Die restliche Zeit verbrachte darauf hin in der Umgebung von Nadi, vornehmlich zum Entspannen und faul sein, die Sonne am Pool geniessend und tankend, bevor ich mich dann wieder über Sydney und Taipeh zu meiner dreitägigen Heimreise aufmachte.

Gratulation, wer es bis hier hin durchhalten konnte. Wer noch mehr Interesse haben sollte, dem sei die nachfolgende Seite mit den Tipps und Tricks empfohlen, über das Kontaktformular gebe ich auch gerne Auskunft via Email.

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